,Restaurierung und Reparatur der Eivir.
Harley Mead segelte die Eivir als Flying-Fish mit 78qm Segelfläche. Es war eine offene Yacht nur für Regatten. 1902/1903 wurde sie mit einer Kajüte versehen und die neuen Segel von Madder auf 70 qm reduziert.
1936 wurde das Schwert ausgebaut und ein Volvo Penta Benzinmotor eingebaut, der dann 1947 gegen einen Morris Benzinmotor ausgetauscht wurde. Ca. 1975 wurde ein Volvo Penta 11C Dieselmotor eingebaut. Alle Motoren hatten den Wellenantrieb seitlich an Backbordseite. Bei der Überholung stellte ich dann jedoch fest, dass der Volvo mit dem Typenschild 11C in Wahrheit ein MD 2 B war. Aber Italien der Einbauort ist von Schweden weit entfernt. In dieser Zeit wurde der MD 2B mit festen Buchsen gegen den MD 11C mit nassen Laufbuchsen umgestellt, von Außen waren sie wie zwei Brüder. Und Volvo Penta Deutschland sagt:" Da haben die in Italien bei der Reparatur einen Mischmotor hergestellt !" Den Ball, den ich durch Eingeständnis der Überholung Volvo Penta zugeworfen habe, wurde dankend mit dieser Stellungnahme aufgefangen. Für die auf 11C bestellten aber nicht passenden Ersatzteile musste ich Kosten für Rückfracht und Einlagerung bezahlen. Und da der MD 2B der 2 Zylinder von dem 1 Zylinder MD 7 A ist, gab es natürlich bei den Dichtungen nur 2 x MD 7A mit vielen doppelten nutzlosen teuren Dichtungen. Trotzdem baute ich mir 2004 einen Volvo Penta MD 20/30 ein, er bot sich preislich einfach an, und weil das Servicenetz nun einmal trotz Kundenfeindlichkeit weit verbreitet ist. Und was wollen wir ? Schnelle Ersatzteile, und wieder segeln, auch wenn böse Zungen sagen:" Es gibt überall Volvo Penta weil so viel kaputt geht !"
Von 1985-1989 wurde Eivir(damals Rossella) von der Werft Cooperative La Nautica C/o Cant. Navale in Castiglione/Italien überholt. Kosten aufwand 80 Millionen Lire (ca. 80.ooo DM). Positiv ist die Erneuerung der gesamten Decksbalken, das Heck, der gesamte erste Plankengang, viele andere Planken, der Orginalkajütaufbau und das neue Stabdeck ,ein neuer verleimter Mast aus Oregonpine, neue Takelage sowie Segel. Und wie oben beschrieben der Volvo-Penta Motor überholt.
Arbeitsbeginn in Castiglione auf der Werft Cooporative La Nautica .
Vor der Restaurierung. Eivir (Rossella) im Orginalzustand.







Der Aufbau ist neu gefertigt.Eignerg. Seewer.(Unten) Eivir (Rossella) nach Fertigstellung in Italien 1988
Wenn man sich den Zustand vor der Restaurierung anschaut und das Ergebnis danach, muß man ein großes Lob aussprechen, ohne den Einsatz der Eignergemeinschaft Seewer aus der Schweiz würde es Eivir heute nicht mehr geben. Eivir und wir sagen:" Danke."

Unten: Neue formverleimte Spanten werden von der Eignergemeinschaft Adriaans gefertigt.

Als nach mehreren Wasserungen der Einbruch des Seewassers nicht zu stoppen war, überzog die Werft ohne Einwilligung der Eigner den Unterwasserrumpf mit Polyester. Aber auch damit war das Schiff nicht seefest zu bekommen, und ein Sachverständiger erklärte die Yacht zum Totalschaden. Entnervt gab die Eignergemeinschaft auf, 4 Jahre träumen vom Segeln imMittelmeer, dann nach nur einem Törn der schmerzhafte Abschied.
Die Yacht wurde über Land nach Bielefeld/ Deutschland gebracht, und in einer aufwendigen Restaurierung die angebrochenen Spanten durch je 40 neue formverleimte verstärkt. Als Regattayacht war nie ein Innenausbau vorhanden, auch hier fertigte der Tischlermeister neue Teile. Als dieser Fachmann leider verstarb war diese Eignergemeinschaft aus beruflichen Gründen mit der Arbeit überfordert, wir wurden neue Eigner.
Meine Arbeit begann 2000 mit dem Abreißen sämtlicher GFK-Teile, immer mit der Angst im Nacken, was kommt darunter zum Vorschein. Aber dunkle Eichenholzteile im Kielbereich wurde nach Trocknung immer heller, und die Mienen der Skeptiker auch schon etwas unsicherer. Ein halbes Jahr habe ich nur im Unterwasserbereich täglich ca.5 Std. gearbeitet. Neue Plankenstücke, neue Kalfaterung mit Silikonversiegelung. Da die starken Spanten mit geschmiedeten Eisenwrangen verstärkt sind, habe ich über 3 Teile eine 2 cm starke Eisenplatte gelegt die jetzt den Druck des Mastes in die Spanten leitet, und Eivir so ungerefft in den Genuss einer windigen Freitagsregatta bei der Laboe-Veranstaltung 2007 gekommen ist, und wir mangels Beteiligung mit dieser Bauweise endlich mal aufs Treppchen steigen durften.( Bei 7-8 Windstärken hatte zum Glück so mancher nicht die geheimnisvolle Schwachwindprivat-bö, und blieb lieber im Hafen .)
Bevor jetzt Kritik laut wird möchte ich den Spruch eines pingeligen Handwerkers aus meinem Umfeld zitieren. Er sagt:" Gepfuscht hält nicht, gelehmannt ist zwar auch gepfuscht, aber das hält !" Gelehmannt kommt von Manfred Lehmann. Aber ich halte diese Aussage für übertrieben, denn wer kennt nicht den Spruch von dem Schuster und seinen Schuhen, dem "Bootsbauer"mit Glatze und ohne Zopf sollte man ein wenig "gelehmannt" zubilligen. Zumal ich jeden Handschlag, jedes Stück Holz mit eigenen Händen angefasst und bearbeitet habe, keine fremde bezahlte Hilfe hat Anspruch bei "Segeln, Lieben, Bewahren" die Plakette auch nur zu berühren. Für diese Fähigkeiten danke ich meinem verstorbenen Vater, dem Meister seines Handwerks. Zu unseren Gunsten war, dass in Neustadt der Sinn dieser Auszeichnung umgesetzt wurde. Mit Liebe die Instandsetzung selber machen als für viel Geld machen zu lassen. Dieser Kreis wird in Laboe mit durchaus anspruchsvollen Ehrungen ausgezeichnet. Der Reiz von Neustadt liegt im Flair der kernigen Fischer, die auch mal eine Planke selber "nageln", während Laboe die perfekte Darbietung im Bootsbau mit den erfahrenen Bootsbaumeistern präsentiert. Jeder Bootseigner mag die Stabilität seiner Holzyacht unterschiedlich einschätzen und ängstlich die Gurte beim Slippen unten den Kiel setzen, EIVIR geht stolz jedes Jahr ins Wasser : Ein Gurt am Bug und der andere am Heck. Wenn diese Anordnung funktioniert, kann auch jeder Sturm kommen.
Lassen wir die Frage, warum wir uns einen Sattelzug gekauft haben und an einem 110 Jahre alten Boot schrauben, anstatt für dieses Geld ein "vernünftiges Boot" zu kaufen, hier unbeantwortet. Aber diese Leidenschaft kann man vielleicht mit dem Zitat begründen: "Im Meer der Seele liegt die Insel der Glückseligkeit !"
Nach einigen Ausbesserungen musste 2005/2006 der Vordersteven erneuert werden. Da Eivir einen zweiten inneren Steven hat, war die Schmiege bereits vorgefertigt. Es brauchte nur mit einer Schablone angerissen werden. Da ein 12 cm starkes Eichenteil nicht zu finden war, und ich auch ehrlich gesagt Bedenken vor der Bearbeitung dieses Monsterstückes hatte, nahm ich drei Teile.(6 cm u. 2x 3 cm ) Mittels der Schablone wurde aus dem 6 cm Mittelstück mit Motorsäge, Hobel und Flex der Steven gefertigt. Nach Fertigstellung provisorisch mit langen Bolzen an den Innensteven befestigt. Jetzt konnte ich mit der Schablone die Sponung fertigen. Da die ersten Plankenstücke erneuert werden mussten, konnte ich den Verlauf der Sponung vorgeben. . Mittels Schablone habe ich die Sponung auf die beiden 3 cm starken Platten übertragen, und mit der angeschrägten Stichsäge zugeschnitten.Die Sponung mit dem Stecheisen auf die richtige Schrägung zurechtgeschlagen. Mit moderner Epoxitechnik alle drei Teile verklebt und mit Elekrohobel in die richtige Form gebracht., durchgebolzt und festgeschraubt. Mein Vorsteven hat jetzt zwei Klebenähte, die stören mich aber nicht. Wie auf den Bildern ersichtlich, wurde der Übergang alt auf neu mit Epoxispachtel angeglichen, da der alte Teil im Laufe der Jahre an Stärke verloren hat.
5 Jahre war das Segeln mit Eivir zwar schön, aber wenn der Hafen kam, der Wind auffrischte, spannten sich die Nerven zum Zerreißen. Der seitlich angebrachte Propeller macht alles, aber immer nicht das was er sollte .Grauer Bart ,, altes Schiff und dann dieses Manöver ! Die Gesichter der Plastikyachties verzogen sich zu einer erhabenen Miene, die Damen an Bord schauten stolz ihre Helden an, und wir? Meine meinte:" Schau nicht hin, mit dem Propeller können die es nicht so gut wie du!" Als dann 2006 während einer Reise in Wismar eine lebensbedrohende Notlage eintrat, musste der Stress für den Rest des Lebens ausgeschaltet werden. (An dieser Stelle meinen Dank an Kalle Kalmus mit seinem Superkumpel Egon ,die Eivir von Wismar nach Heiligenhafen holten. Ohne die Hilfe von Hafenmeister Captain Zamzow wäre Siegrid während meines Klinikaufenthalts in Wismar arg in Bedrängnis gekommen, Danke für alle lieben Worte und Taten) .Bei dem angeschrägten Unterwasserteil des Achterstevens war keine Welle zu installieren. Da das Totholz hinter dem Bleikiel ohnehin Schwachstellen zeigte, wurde es bis zum Kielschwein entfernt. Wieder haben Schablonen dazu beigetragen die richtige Form zu finden. Das Totholz musste verlängert werden, ein Keil den Achterstersteven so verändern, dass der Propeller auch nach vorne schiebt. Als diese Schwierigkeit behoben war, musste das Loch für das Stevenrohr gebohrt werden. Dabei war sehr wichtig zu bedenken, außen genug Freiraum für den Proppeller, innen nicht zu tief in die Bilge bohren, der Motor sollte ja auch noch angeschlossen werden . Der stärkste Bohrer der zu beschaffen war stellte die Grundrichtung her, danach kamen Tigersäge und andere Hilfsmittel zum Einsatz. Durch den Steven ging es relativ einfach, aber durch 25 cm starkes neue Eichenholz ?
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Das Stevenrohr habe ich durch den Steven gesteckt, dann auf einer Schablone den Verlauf des Rohres darauf aufgerissen. Diese Schablone auf zwei 6 cm starke zugeschnittene Passtücke übertragen, die Hohlkehlen ausgefräst und die beiden Teile mit dem Wundermittel Epoxi zusammengeleimt und zur Sicherheit durchgebolzt. Der gesamte Keil wurde mit zwei 22mm VA Gewindestangen durch den Achtersteven festgeschraubt. ,Da der Verlauf des Wellenrohres nicht passgenau ausfallen konnte, habe ich die ganze Sache mit G4 und Holzspäne verfüllt und dem Achtersteven somit auch etwas Gutes getan um die Vibration der Welle zu stabilisieren. Wegen der Schrägung des Achterstevens musste das Rohr ohnehin fest verankert werden , da nur ein freihängendes Innenlager aus Gummi zum Einsatz kommen konnte. Um auch hier einer "Fachleutekritik" entgenzuwirken möchte ich erwähnen, in Englang baut man Schiffe für die harte See, d.h. der Achtersteven hat innen eine Breite von 250mm und aussen 120mm, die Stärke 300mm, das Stevenrohr 42mm. Unter Berücksichtigung der vorstehend einzuhaltenen Maße stellte sich später heraus, die Welle hatte doch eine zu steile Stellung. Da kam es mir entgegen das Totholz mit 1m langen 22mm VA Gewindestangen verschraubt zu haben. Auf den überstehenden Teil setzte ich eine geformte Eichenwrange an der ich jetzt das Drucklager für eine Antriebswelle befestigen konnte, und somit dem Motor um 8° abzuwinkeln. Bei der Wahl der Lager habe ich mich aus Zeitgründen für die schlechtere Volvo-Penta Lösung entschieden. Wesentlich besser sind die in Holland vertriebenen wassergeschmierten Lager mit Frischwasserzufuhr durch eine gesonderte Leitung. Aber auf Anraten meines Drehers habe ich auch hier meine besondere Lösung gefunden. Da das Außenlager durch die Kavitation der drehenden Welle nicht genügend Frischwasser bekommt, habe ich hinter dem Lager zwei 6 mm Löcher gebohrt um die Zirkulation des Kühl und Schmierwassers zu verbessern. Danach musste das Rohr für das Ruder dem neuen Winkel angepasst werden. Also aus dem Achtersteven auslösen und mit der richtigen Flucht zu der Ruderwelle neu eingebaut werden. Ein neues Ruderblatt und ein Ruderkoker waren natürlich auch fällig. Das alte schräge Motorfundament wurde entfernt und ein neues eingepasst. Dementsprechend wurde auch die Motorabdeckung neu gestaltet.
Da die Stabilität der Yacht früher mit einem Schwert berechnet war, habe ich trotz heutiger 60% der ursprünglichen Segelfläche ein 30 cm tiefes feststehende Schwert eingebaut, daran mit Winkeleisen eine strömungsgünstige extra gegossene 50Kg Gusseisenplatte befestigt. Somit wurde der Ballast von 1,45m-1,80m Tiefgang um 100 Kg. erhöht.
Auch den Vorwurf dem Konstrukteur damit ins Handwerk gepfuscht zu haben kann ich entgegentreten. War Eivir vorher sehr luvgierig, segelt sie jetzt wie auf Schienen .




In den erlesenen Kreis der Bootschrauber kommt man erst, wenn im Winter die gute Stube nach Holz und Leim riecht, und die liebe Frau sagt:" Das ist ein schöner Winter, du kommst mit der Arbeit gut voran !" Ich hatte auch noch das große Glück, dass Eivir vor dem Hausbau da war, so konnte ich die Auflagen der Siegi erfüllen. Sie sagte:" Es wird nur ein offener Kamin in die guten Stube"gelehmannt" und als Esse für die Eisenteile der Eivir genutzt, wenn er auch funktioniert." Das Schiff muss schwimmen ,(die Arbeit wird auch noch ordnungsgemäß abgenommen), der Ofen muss brennen, hart ist das Leben des Bootschraubers.
( Alle Angebot auf meinen "Spantenbiegestuhl" konnte ich trotz verlockender Preise bisher ablehnen.)


Neue rote Classicsegel ersetzen die Cutter-Takelung, denn der hohe Segeldruckpunkt machte das Boot zu nass , und die Gefahr, das Wertvollste geht über Bord, war zu groß.
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Und im Winter wird Eivir mit eigenem Sattelzug an einen trockenen und luftigen Arbeitsplatz gebracht. Denn nach 25 Jahren als Eigner von Holzbooten kann ich hier nur den guten Rat weitergeben, im Winterlager von oben trocken, alle Luken geöffnet, der Wind muss durchs Schiff streifen und Planken und Kiel trocknen um im Frühjahr mit Leinölfirnis getränkt zu werden . Die Gefahr ruht im Kielschwein und den Steven, Regenwasser von oben, Tropfwasser von den gut "verpackten" Decken und Wänden sind die Grundlage zum Gedeihen der Pilze die unsere Träume nach gut 50 Jahren zum Refit werden lassen. Die Yachten gammeln von Innen und nicht von Außen. Es ist auch nicht meine Auffassung von langer Lebensdauer einer Yacht wenn ich preisgekrönte Boote mit Lack von Außen und Farbe in der Bilge sehe. Holz muss atmen, eine Seite darf nur mit Öl getränkt werden, sonst fühlt sich das "Lebewesen" Holz gefangen und verfault . Das Austrocknern und Konservieren des Holzes ist auch schon wegen der Bohrwürmer erforderlich. Jedes Jahr wenn ich mit Eivir auf dem Bauernhof eintreffe stehen die Hühner parat, sie wissen auf der ausgelegten Plane finden sie diese lästigen Viecher . Die Intervalle zur Beseitigung der Schadstellen sollten gründlich geplant werden, ein Überwintern im Wasser ist ein Festmahl für die Würmer, ein kurzes Slippen zum Streichen reicht nicht aus um die Würmer aus den Fugen und Ritzen zu vertreiben. Sie überleben viele Stunden ohne Wasser. Zum Glück für Eivir mögen sie Teakholz nicht so gerne, sie versuchen es, verursachen aber wenig Schaden. Da ich sie jedes Jahr sehe, schütze ich die angriffsfreudigen Teile mit einer Spezialbehandlung. Eivir ist unter Wasser nicht schier wie ein------, aber lieber 1/2 Knoten langsamer, als langsam durchlöchert zu werden.
Da bereits im Vorfeld angesprochen wird, die optisch etwas unvorteilhafte, aber bei Teakholz durchaus bessere Lösung der Naturlackierung der Saison 2006/2007 für die Saison 2008 zu ändern, kann ich all den Kritikern den derzeitigen Stand berichten. Der Rumpf wurde nochmals total abgeschliffen, mit Aceton entfettet und G4 getränkt, und zweimal mit Interprotect gestrichen. Da die nachträglich eingebauten formverleimten Spanten den Rumpf ohnehin steif gemacht haben, und Teakholz kaum schrumpft, wurden bereits im letzten Jahr die Fugen ausgeleimt. Die 2 K Lacke wurden auch dementsprechend geändert um jetzt auch bei niedrigen Temperaturen verarbeitet zu werden. 1 x 2K Grundierung und 1x 2K Lack sind gestrichen, der April kann kommen. Es ist nicht allen Bootseignern vergönnt ein Teakholzschiff zu besitzen, die lange Lebenszeit bringt aber auch ein großes Problem der Farbbehandlung mit sich. Auf dem ölhaltigen Teakholz ist eine Verbindung mit Lack auf Dauer unmöglich. Benaröl ist der einzige Weg, aber da bin ich wieder bei meinen Kritikern angekommen die keine 110 Jahre alten Planken im Hafen mögen.

. Die Hühner auf Bohrwurmsuche.
Klassische-Holzyachten gab man weibliche Namen weil sie so zeitlos schön und elegant sind und niemand das Alter erkennt. Und wenn sie wirklich in die Jahre kommen? Wenige tragen die Stürme des Daseins stolz zur Schau, viele verstecken sich hinter Farbe und Spachtel und folgen dem Trend der heutigen Perfektion ohne Altersflecken. Jetzt gehören wir wieder dazu.
Aber es kann nicht alles positiv sein was ein Hobbybootsbauer so anstellt. Meine schlechte Seite:
Als ich im ersten Jahr viele Plankenstücke im Unterwasserbereich ausgewechselt hatte, wartete ich stolz auf meine Lebenspartnerin die noch bei Hannover wohnte, um auf einen Törn zu gehen. Der Wind wehte stark mit ca. 6 aus NW. Auf dem Stollergrund überspülte uns jede Welle. Plötzlich der Ruf :" Wir haben viel Wasser im Boot !" Wer jetzt nicht an seiner Arbeit zweifelt muss ein Perfektionist sein. An die Pumpe und die Hebel wild geschwungen, aber das Wasser wurde nicht weniger. Wir waren auch bei Sonnenschein zu leicht bekleidet und das überkommende Wasser machte den nassen Körper in der Sonne zu einem gefährlichen Aspekt. Nach einer Stunde Segeln/Pumpen/Hoffen die Entscheidung : Segel runter und mit Motor den Schaden überprüfen. Aber wo ein Glaube an seine Fähigkeit ist, ist auch ein Ausweg. Es wäre jetzt einfach auf die nachlässigen Italiener zu schimpfen die eine Luke im Vorschiff gebaut hatten ohne sie mit Scharniere zu sichern. Richtiger ist zu wissen, dass selbst eine schwere stramm sitzende Luke mit 3 cm Überstand in unseren kurzen Wellen der Ostsee beim Fallen in das Wellental durch die Fliehkraft emporhebt und von der nächsten Welle über Bord gespült wird. Und wenn der Verlust vom Cockpit aus nicht ausgemacht werden kann, entstehen schon Momente der Angst. Die neue Luke wurde jetzt richtig gesichert, die Betten und alles was so bei dem offenen Boot klitschnass geworden war gewaschen, und meine Frage, wollen wir es noch einmal versuchen, mit ja beantwortet.
Mein Leben und Werkeln mit Holzbooten in 25 Jahren:


"Oldie" Berg Spitzgatter Hart'n Lena 11m Cutter gebaut Yachtwerft Rathje Kiel


Capt'n terrify Spitzgatter DK 1911 Odissea Schwentinekreuzer